Die Mainzer Stadtratsfraktion Piraten & Volt kritisiert das vom Stadtvorstand vorgestellte Maßnahmenpaket Winterhafen. Mit diesem Maßnahmenpaket, so die Ordnungsdezernentin Manuela Matz, soll eine “signifikante Verbesserung der Situation” am Winterhafen erreicht werden. Hierbei fragen PIRATEN & Volt sich nur: für wen eigentlich?

Das pauschale Verbot von Musikboxen, Glasflaschen und mobiler Tische, die in den Sommermonaten vermehrt für diverse Spiele mitgebracht werden, zeigt, dass nicht etwa die Interessen der Mainzer:innen ausschlaggebend für dieses Maßnahmenpaket der Stadt sind. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass hier Einzelinteressen überwiegen. Doch wurde bereits vor dem Bau der Wohnkomplexe am Winterhafen eindringlich vor solch einer Entwicklung gewarnt und von Seiten der Stadt Mainz beschwichtigt. Auch wenn sich die Stadtspitze jetzt nicht mehr daran zu erinnern scheint, fordern PIRATEN & Volt, die damaligen Versprechen einzuhalten und die traditionelle Rheinufer-Kultur zu erhalten.

Tim Avemarie-Scharmann (stellvertretender Fraktionsvorsitzender Piraten & Volt):
"Man stelle sich nun mal vor, die Stadt würde beispielsweise auch im Goethepark in der Mainzer Neustadt so vorgehen, denn auch hier versammeln sich in den warmen Monaten hunderte Menschen bis spät in die Nacht. Es hat einen ziemlich bitteren Beigeschmack, dass gerade am Winterhafen nun so stark durchgegriffen werden soll.”

Schon als im Spätsommer 2020 die Stadt Mainz, gemeinsam mit THW, Ordnungsamt und Polizei Besucher:innen des Winterhafens pauschal mit Lichtstrahlern und Lautsprecherdurchsagen zum Verlassen des Winterhafens und der Malakoff Terassen aufforderte, kritisierten Piraten & Volt dieses Vorgehen stark und warnten vor einer weiteren Eskalation. Das Rheinufer und damit auch der Winterhafen stehen nach Ansicht der Fraktion als öffentliche Plätze allen Mainzer:innen zur Verfügung. Die nun geplanten Maßnahmen lösen sicherlich keine Probleme, vielmehr schaffen sie neue und verlagern bestehende nur an andere Orte.

Dort, wo vereinzelt Personen und Gruppen,l über die Stränge schlagen, sollte die Stadt Mainz auf einen Dialog setzen und verstärkt Präsenz des Ordnungsamtes veranlassen anstatt Menschen mit Verboten davon abzuhalten, sich am Winterhafen zu versammeln und traditionell die Sommernächte zu verbringen.

Maurice Conrad (Fraktionsvorsitzender Piraten & Volt):
“Die geplanten Verbote sind ein Angriff auf die Jugendkultur in unserer Stadt und erwecken den Eindruck, dass junge Menschen und Aufenthalt im Freien generell nicht erwünscht sind. Ein generelles Verbot mobiler Tische sowie von Musikboxen lehnen wir ab und fordern auch, zeitliche Anpassungen bei dem Glasflaschenverbot vorzunehmen. ”



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