Bei dem gestrigen Stadtratsbeschluss zur Ausrufung des Klimanotstands ging es Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) nach eigener Aussage nicht um Symbolpolitik. Einen vielversprechenden Ansatz, um der Ausrufung des Klimanotstands direkte Taten folgen zu lassen, präsentierte das Team um Dr. rer. nat. Eva Riempp, Geographisches Institut, Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Mithilfe einer mikroklimatischen Simulation ließe sich vorhersagen, wie sich eine Bebauung auf das unmittelbare Umfeld auswirkt. Schon einfache bauliche Maßnahmen könnten die Aufenthaltsqualität steigern. Auf Grundlage dieser sehr konstruktiven fachlichen Expertise, stellte Maurice Conrad (PIRATEN & VOLT) mündlich einen Ergänzungsantrag zur Beschlussvorlage „Ludwigsstraße“, der darauf abzielte, den Architekt*innen mitzuteilen, dass ihr Wettbewerbsbeitrag dieser Simulation unterzogen wird und in die Bewertung einfließt. Leider haben diesen Ergänzungsantrag nicht nur AfD und FDP, sondern auch SPD und Grüne mehrheitlich abgelehnt und sind somit dem eigenen Anspruch, der Ausrufung des Klimanotstands konkrete Maßnahmen folgen zu lassen, nicht gerecht geworden.

„Es erschreckt mich zutiefst, wie die Fraktion der Grünen, die fast am lautesten nach dem Klimanotstand gerufen hat, in derselben Ratssitzung in der dieser beschlossen wird, offenbar zu genau dem zurückgekehrt ist, was man vermeintlich ablegen wollte: Symbolpolitik. Inhaltlich ist diese Ablehnung nicht zu erklären“


Maurice Conrad, Fraktionsvorsitzender PIRATEN & VOLT.

“Bauprojekte sollten durch und durch nachhaltig konzipiert sein. Urbane Ökologie und ambitionierter Klimaschutz haben höchste Priorität. Ebenso hat für uns der lokale, oftmals familiär-organisierte Einzelhandel im Stadtkern deutlich Vorrang vor jeglichen Einzelhandelsketten. Wir fordern im Stadtkern höchstwertige Bausubstanz, die sich vor allem in die alte Bausubstanz von Mainz mindestens harmonisch einfügt oder besser noch erweitert.”

Dr. Florian Köhler-Langes, Mitglied des Bauauschusses für PIRATEN & VOLT

Daher hat die Fraktion PIRATEN & VOLT gegen die Beschlussvorlage “Ludwigsstraße” gestimmt.