Der Koalitionsvertrag der Mainzer Ampelkoalition setzt sich zum Ziel, die “Wegequalität für Fußgänger*innen und Radfahrende zu verbessern [..] Routen, die Stadtteile verbinden [weiterzuentwickeln, zu beschildern und zu markieren].” Auch Mainzerinnen und Mainzer sprechen sich regelmäßig für sicheres Fahrradfahren in Mainz aus. So fordern Bürgerinnen und Bürger im Rahmen von Bürgerforen (Meine Stadt. Meine Ideen.) bereits seit Jahren eine klare Abgrenzung und Beschilderung von Radwegen, eine verbesserte Instandhaltung bestehender Wege sowie ein generell verbessertes und klareres Radwegenetz.

PIRATEN & VOLT begrüßen den nun aktuell von der Ampelkoalition eingebrachten Antrag, in Zusammenarbeit mit einem externen Büro ein umfassendes Verkehrskonzept für den Radverkehr zu erarbeiten. Darüber hinaus gibt es jedoch offensichtlichen und schnellen Handlungsbedarf, den wir in unserem aktuellen Stadtratsantrag detailliert ausführen.

Daher schlagen wir der Stadtverwaltung konkret folgende Bereiche zur Überprüfung vor:

  1. Hauptbahnhof
  2. Kaiserstraße
  3. Große Bleiche/Münsterplatz
  4. Kreuzung: Saarstraße/Albert-Schweitzer-Straße
  5. Rampen für Radverkehr an der Kaiserbrücke
  6. Radweg am Rhein
  7. Kaiser-Wilhelm-Ring
  8. Südbrücke
  9. Rheinstraße/Rheinallee

Neben der Erschließung weiterer Radinfrastruktur muss ebenso die bisherige überprüft und instand gehalten werden, damit ein sicheres Fahren gewährleistet werden kann. Neue Radwegekonzepte müssen außerdem neben innerstädtischen Routen auch eine Anbindung der Vororte berücksichtigen.

Hinsichtlich des offensichtlichen Handlungsbedarfs bemängelt der Baupolitische Sprecher der PIRATEN & VOLT Fraktion, Dr. Florian Köhler-Langes:

"Seit Jahren sind die Fahrradrampen zur Kaiserbrücke (nördliche Eisenbahnbrücke) angedacht und angekündigt. Mit ihnen könnte man die Radstrecke zwischen den beiden Landeshauptstädten über 2 km abkürzen. Anstatt einfach mit dem Bau einer Rampe zu beginnen, lahmt der Prozess, weil man lange auf die nächsten Schritte der anderen Landeshauptstadt gewartet hat."

Darüber hinaus appelliert die Stadtratsfraktion an die Verwaltung, das Konzept von Fahrrad-Highways, wie es bereits in zahlreichen europäischen Großstädten umgesetzt wurde, auch für Mainz zu eruieren. Fahrrad-Highways dienen der Entlastung zentraler Routen und steigern die Attraktivität des Radfahrens besonders für Pendler*innen enorm. Darüber hinaus stellen sie eine Umgebung dar, in der neben klassischen Fahrrädern auch Pedelecs, S-Pedelecs, Lastenfahrräder und Fahrräder mit Anhänger sicher fahren können.

Die Stadtratsfraktion hofft, mit ihrem Antrag einen schnellen Beitrag zur Verbesserung der Radinfrastruktur leisten zu können und gleichermaßen einen weiteren Schritt hin zu einer klima- und bürgerfreundlichen Verkehrswende zu machen.

“Die Bedingungen, denen Radfahrende in Mainz oft ausgesetzt sind, sind häufig eine enorme Zumutung. Die gleichen Maßstäbe hinsichtlich Qualität und Verkehrsführung wären bei PKW-Fahrer*innen wohl ein regelrechter Skandal. Die Zeiten, in denen Radinfrastruktur eine nette Touristenattraktion ist, sind allerdings vorbei.”
Maurice Conrad, Fraktionsvorsitzender

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